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CptJones

USS Community Die Pause Teil X

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Assjima    1

Die USS Community kroch, geführt von den beiden Ok’Ta-Piloten, vorsichtig durch die desolaten Subraumkanäle auf dem Weg nach Gamma 7. Dackbad war vor ein paar Stunden eingetroffen und nutzte die Zeit, um sein Nestschiff im Hangar gründlich zu putzen. Bei Gamma 7 sollte die Community auf ein romulanisches Schiff treffen, welches den Auftrag hatte, den geretteten Piloten abzuholen. Tenner und Aisowaren endgültig aus der Krankenstation entlassen worden und Assjima saß in ihrem Büro, ohne so richtig zu wissen, was sie als nächstes unternehmen sollte. Der letzte Bericht war fertig getippt, es war kein Elijah da, der ihr irgendwelche mystischen Theorien unterbreitete. Keine Marla, welche die psychologischen Inhalte alter Geschichten analysierte. Kein James, der ihr neue Ideen aus der Crew erzählen wollte … sie hatten alle frei und schliefen oder hingen im Casino herum. Diese Ruhe auf der Krankenstation war ihr fast schon fremd geworden. Eigentlich konnte sie genauso gut Feierabend machen. Zumal ihr mangels Ablenkung der Flug durch den Subraumkanal einmal wieder zu schaffen machte und sich ein leichtes Unwohlsein in ihr ausbreitete. So stand sie auf, warf noch einen letzten Blick in den Raum, löschte das Licht und trat auf den Korridor.

„Guten Tag, Doktor“

Assjima zuckte erschrocken zusammen und drehte sich um. Die kleine Elmag stand vor ihr und lächelte sie freundlich an. „Hallo Entack. Weist du schon, ob du noch bis zur Raumstation bei uns bleiben darfst oder musst du demnächst zurück zu deinem Nestschwarm?“

„Weder noch. Der Rat der Taxa hat nämlich beschlossen, dass Dackbad und ich die Ehre haben werden, die Ok’Ta bei den Vorbereitungen zu den Beitrittsverhandlungen zur Föderation zu vertreten. Euer Captain wird vermutlich demnächst den Befehl erhalten, uns direkt zur Erde zu bringen.“

Die Deltanerin starrte ihr Gegenüber einen Moment lang mit offenem Mund an. „Das sind ja tolle Neuigkeiten!“ Dann ging sie in die Knie und umarmte die Ok’Ta. „Ich freue mich wahnsinnig. Wir werden noch viel Zeit miteinander verbringen können und du wirst viele neue Dinge entdecken dürfen.“

„Ich bin auch schon ganz aufgeregt. Das wird richtig spannend! Und ich kann den Damen und Herren von der Föderation zeigen, dass die Ok’Ta nicht nur aus rüpelhaften Erpeln bestehen.“

Assjima lachte. „Oh ja – das würde uns nämlich keiner glauben, wenn wir nur mit Dackbad dort aufkreuzen würden. Hast du schon deinen zweiten Nachmittagsimbiss bekommen?“

„Nein. Ich war gerade auf dem Weg ins Casino. Möchtest du mich begleiten?“

„Ich würde dich lieber in mein Quartier einladen und dir etwas Anständiges kochen.“

„Was Deltanisches?“

Die Ärztin nickte. „Wenn du möchtest, dann sehr gerne.“

„Wunderbar. Dann lass uns gehen – ich habe mächtigen Hunger.“

bearbeitet von Assjima
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Nachdem der Hauptcomputer die Dateien übersetzt hatte, setzte sich Amanda wieder an das Terminal und überflog einige. Alleine die Fachbücher von Kettaract waren derart kompliziert verfasst, dass sogar ihr Vater oder Lieutenant Torr hierbei ihre liebe Not hätten.

Doch sie war an den persönlichen Informationen interessiert. Dort offenbarten sich noch mehr Details. Offenbar war Kettaract bis in die höchsten Kreise von Starfleet involviert gewesen. Amanda seufzte dennoch, da diese Informationen zwar spannend, aber nicht unbedingt sich für ihren Aufsatz eigneten, es sei denn sie wollte ein Geheimdienstdossier über Kettaract verfassen. 

Sie versuchte sich die verwendbarsten Fragmente rauszusuchen in der Hoffnung was noch Brauchbares für den Aufsatz zusammenstellen zu können.

Dabei fragte sie sich, was dieser Mann angestellt hatte, damit man diesen praktisch aus den Datenbanken verbannt hatte. Sogar von Kodos dem Henker, jenem Gouverneur der Föderationskolonie Tarsus IV der wegen einer Lebensmittel Knappheit die Hälfte der Bevölkerung der Kolonie hingerichtet hatte damit die Vorräte reichten, konnte man mehr erfahren, inklusive den Berichten der Überlebenden wie Captain Kirk und Lieutenant Riley.

Wie dem auch sei. Die Neugierde des Mädchens wurde dadurch nur noch weiter angefacht. Aber um mehr herausfinden zu können brauchte sie Hilfe von einem Wissenschaftsoffizier, der diese komplizierten Bücher auch verstand. Sie beschloss die Dateien ihrem Vater zu zeigen.

 

 

 

 

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Naviel Terk starrte ungläubig auf die eben eingegangene Nachricht auf seinem Panel. Er drehte sich zu dem diensthabenden Nachtkommandeur um, auf dessen Gesicht sich ebenfalls Überraschung widerspiegelte. „Sir?“, fragte er.

Nach einer kurzen Überlegung nickte der Offizier ihm zu. „Kontaktieren Sie die Ok'Ta, dass wir kurz den Subraum verlassen, um die Botschafterin aufzunehmen, Ensign. Und dann Kurs setzen dafür.“

„Aye, Sir“. Der idanianische Pilot machte sich an die Arbeit.

 

Knapp 40 Minuten später starrten Ingenieure und Sicherheitsleute auf das breen'sche Shuttle, das gerade auf dem Boden des Hangardecks aufsetzte. Als sich kurz darauf ein Schott öffnete, richteten die Sicherheitsleute ihre Waffen auf dieses. Nichts geschah. Dann schritt eine kleine, in einen dunkelblauen Mantel gehüllte Person durch das Schott. Als sie die Security erblickte, hob sie langsam ihre Hände zu ihrem Kopf – und griff zu der riesigen Kapuze, die ihr Gesicht vor allzu neugierigen Blicke schützen sollte.

Bedrohung eines Botschafters der Verreinigten Föderation der Planeten. Das wird sich in deiner Akte nicht gut machen – David.“

Der Offizier ließ vor Überraschung seine Waffen sinken. „MILI“, rief er aus, als er die kleine Frau erkannte. „Entschuldige, aber ich...“

Schon gut, mein Freund“, lächelte Milseya. „Ich gebe zu, dass ich dieses dramatischen Auftritt genossen habe“. Sie drückte den Menschen kurz, bevor sie sich zum Shuttle umdrehte. Dort stand ein Breen, der zwei Gepäckstücke auf den Boden abstellte. „Danke“, sagte Milseya und nickte dem Breen zu. Dieser erwiderte den Gruß wortlos und verschwand dann wieder im Shuttle, das kurz darauf wieder abhob und die Community verließ.

 

Es klingelte Sturm an der Türe. Assjima stand unter der Dusche und hatte sich fest vorgenommen, den Summton zu überhören. Doch plötzlich ging das dezente Summen in ein schrilles Quietschen über. „Mist – wer fummelt denn da an der Türanlage herum?“ Entnervt schnappte sie sich den Bademantel, schlüpfte schnell hinein, während sie aus der Nasszelle schlitterte. „Ja … Moment …“ Sie wischte sich mit dem Ärmel das Wasser aus dem Gesicht. „Her …“ Zu spät: Die Türe stand offen und wurde von einer kleinen, in einen weiten Kapuzenmantel gehüllten Gestalt beinahe bis zur Hälfte ausgefüllt. In der Hand blitze eine kleine Klinge.

Du wolltest mich also tatsächlich ignorieren, Doc?“, begrüßte Milseya die Schiffsärztin mit gespielt beleidigter Stimme. „Ist das etwa die feine deltanische Art, wenn eine gute Freundin nach einer anstrengenden Reise zurückkehrt?“ Das kleine Messer verschwand in den Weiten ihres Mantels.

Als wenn ich nicht wüsste, dass du dich niemals durch eine geschlossene Tür aufhalten lässt. Wenn ich ein Türsummen ignoriere, so kann ich dadurch nur all die ignorieren, welche sich von einer Tür ausbremsen lassen. Du bist also die einzige Person, die ich auf diese Weise nicht ignorieren kann. Deswegen kann ich ein Türsummen missachten und gleichzeitig immer sicher sein, dass ich nicht in Gefahr gerate, dich dadurch zu missachten. Zumindest nach deltanischer Logik.“ Das Lächeln auf Assjimas Gesicht wurde breiter, während sie einen Schritt zur Seite trat und eine leichte Verbeugung andeutete. „Tritt ein, Botschafterin Anquenar“

Die Bajohaliianerin lachte lauthals. „Gut gekontert! Und das Botschafter-Gedöns lassen wir schön bleiben!“ Sie trat auf Assjima zu und breitete ihre Arme aus. „Du hast keine Ahnung, wie sehr ich dich und deinen Eierkopf vermisst habe!“ Milseya umarmte die Deltanerin und drückte sie fest an sich.

Und mir haben deine phänomenalen Auftritte gefehlt!“ Assjima wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Auge während sie die Umarmung der kleinen Pilotin erwiderte. „Es ist viel zu lange her, dass wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen durften.“ Sie schob Mili ein Stück von sich weg, während die Hände auf ihren Schultern liegen blieben. „Du bist ein wenig blass. Zuwenig Zeit in der frischen Luft oder fehlende Sonnenbänke bei den Breen?“

Dir entgeht wohl nie ein Detail meiner physischen Verfassung“. Milseya streichelte angesichts der Träne gerührt die Wange ihrer Freundin. „ Zu wenig frische Luft, zu viel Arbeit, zu wenig Spaß“. Ihr Blick glitt über das Angesicht der Deltanerin. „Und bevor du mir ein Rezept verschreibst – du siehst auch nicht gerade aus, als ob die vergangenen Tage und Wochen spurlos an dir vorübergegangen sind.“

Das Make-Up ist gerade durch den Abfluss der Dusche geflüchtet.“ Assjima ergriff die Hand der Freundin und zog sie hinüber zur Sitzecke. „Nein … zu wenig frische Luft, zu viele Grübeleien und du weiß: ich hasse Sonnenbänke!“ Sie deutete mit der Hand auf den Sessel. „Setz dich und erzähle. Ich möchte mir nur kurz was Trockenes anziehen und einen Tee aufsetzen. Aber keine Sorge: auch wenn meine Haut blass ist - meine Ohren sind noch gut.“ Sie eilte hinüber zur Kücheneck und wollte das Teewasser aufsetzen Doch dann hielt sie inne, drehte sich um und fragt: „Oder magst du lieber was Alkoholisches? Ich glaube, ich habe noch eine Flasche Wein von Tenners Nichte.“

Wein klingt hervorragend“, gab Milseya zurück, während sie ihren Mantel abstreifte. Sorgfältig faltete sie ihn zusammen bevor sie ihn schließlich auf den Tisch legte. „Aber mach dir keine Mühe, Doc.“ Sie lächelte die Deltanerin an. „Zeig mir, wo die Flasche ist und ich kümmere mich darum, solange du dich anziehst.“

In dem Schränkchen direkt neben dem Sofa. Gläser sind im Regal hinter dir.“ Assjima war es nicht entgangen, dass Milseya den Mantel entgegen ihrer üblichen Gewohnheiten so ordentlich behandelte. „Hat die Ordnungsliebe der Breen auf dich abgefärbt?“ rief sie aus dem Schlafzimmer, während sie ein paar Kleidungsstücke aus dem Schrank zerrte.

Milseya lächelte. „Wohl eher die Ordnungsliebe meines Mannes“, gab sie zurück, während sie Wein und Gläser holte und auf den Tisch stellte. „Ich gebe allerdings zu, dass Ordnung und Disziplin für eine Botschafterin unerlässliche Eigenschaften sind... ich habe viel über mich gelernt in den vergangenen Wochen. Und einiges geändert. Allerdings heißt das nicht, dass ich alle schlechte Gewohnheiten abgelegt habe. Ich setze sie nur gezielter ein. Zum Beispiel, um Wein mit einer Freundin zu trinken.“ Der Korken glitt sanft aus dem Flaschenhals. Sie roch an dem Korken. „Das ist ein wunderbares Aroma“, murmelte sie anerkennend.

Er muss einen Moment atmen!“ kam es aus dem Schlafzimmer. „Der Korkenzieher ist in der link …“ Assjima kam herein gesaust, während sie die Bluse zuknöpfte. „Du hast den Korken eben aber nicht mit den Zähnen herausgezogen?“

Nein.“ Mit einem offenen Taschenspielertrick ließ sie das kleine Multitool im Mantel verschwinden. „Aber schön, dass du glaubst, ich könnte das.“ Sie grinste und setzte in den Sessel. „Das Einschenken überlasse ich dir. Ich bin mir sicher, dass Tenner dir eine Menge über Wein beigebracht hat.“

Ich dachte nur wegen der schlechten Angewohnheiten …“ Assjima angelte eine Karaffe aus dem Schrank und goss den Wein vorsichtig hinein. „Wir geben ihm noch fünf Minuten. Das hältst du hoffentlich aus?“ Sie ließ sich lachend auf das Sofa fallen. „Erzähl doch endlich! Wie steht es um die inneren Angelegenheiten der Breen? Wird es einen Bürgerkrieg geben oder werden sie ihre Kräfte wieder gemeinsam nach außen auf die Expansion richten?“

Lächelnd senkte Milseya kurz den Kopf. „Leider darf ich dir nicht allzu viel sagen – eine unangenehme Begleiterscheinung des Botschafter-Daseins. Nur soviel: Wenn die vielen geschmiedeten Allianzen, geheime und öffentlich bekannte, und deren Pläne erfolgreich umgesetzt werden, dann wird es weder das eine noch das andere geben. Doch dazu bedarf es noch einiges..“ Sie seufzte kurz. „Doch ich bin guten Mutes, dass es funktionieren wird.“ Milseya grinste frech. „Ist ja schließlich auch zum Teil auf meinem Mist gewachsen.“

Dann wird es funktionieren – was auch immer ihr da ausbaldowert habt. Hast du Tanrim schon Bericht erstattet?“ Assjima griff nach der Karaffe und füllte die Gläser.

Nicht doch“, gab die Bajohaliianerin zurück. „Ich bin Tanrim gegenüber in dieser Angelegenheit nicht auskunftsverpflichtet. Und werde ihm auch nicht mehr sagen, als seine Geheimhaltungsstufe erlaubt. Es hängt zu viel davon ab... außerdem hätte es mich fast den Kopf gekostet, als ich ihm eine Kopie des Friedensvertrages habe zukommen lassen. Seine anschließenden Recherchen haben die Gegner des Abkommens aufhorchen lassen. Diesen Fehler werde ich kein zweites Mal begehen.“ Sie griff nach dem Glas, das Assjima ihr reichte. „Danke. Aber angeblich wächst man ja auch mit seinen Aufgaben. Und an Tanrims Stelle hätte ich wohl genauso gehandelt.“

Die Deltanerin schnupperte nachdenklich an ihrem Glas. „“Tanrim ist gewachsen. Gewaltig! Ich hätte ihm nie so viel … Heldenmut … zugetraut. So ganz ohne Strategie … das sieht ihm nicht ähnlich.“

Versteh mich nicht falsch: Tanrim war sehr vorsichtig bei seinen Recherchen. Dennoch gab es irgendwo eine undichte Stelle... das konnte er nicht vorhersehen. Und ich mache ihm auch keine Vorwürfe. Ich habe aber daraus gelernt, sehr vorsichtig mit all meinem Wissen und meinen Informationen zu sein.“ Sie schnaubte kurz. „Früher habe ich all diese Diplomaten und Botschafter als Wichtigtuer beschimpft, weil sie so geheimnisvoll taten. Heute weiß ich, dass sie verdammt gute Gründe dafür haben... Dieser Wein hat einen wunderbaren Duft“, erklärte Milseya anerkennend. „Vielleicht hat Tenner auch ein Fläschchen davon für mich übrig... wie geht’s es dem Captain? Ich habe die Berichte über ihn und Aiso noch nicht lesen können.“

Das mit dem Heldenmut habe ich anders gemeint. Ich weiß von keinen Recherchen … ich bin nur die Schiffsärztin. Aber Jeremy und Aiso geht es gut. Für sie waren es nur ein paar Tage, die sie auf dieser seltsamen kleinen Welt verbracht haben. Es war fast wie ein kleiner Abenteuerurlaub für die beiden. Aber sie werden auf jeden Fall erst mal in den Urlaub geschickt … wenn alle Untersuchungen und Besprechungen vorüber sind.“

Du weißt nicht, wie glücklich bin, das zu hören – doch erkläre mir, was du mit Heldentum gemeint hast, aber erst..“ Milseya streckte das Glas zum Toast zu Assjima hin. „Darauf, dass die Wunden der Vergangenheit durch die Hoffnungen der Zukunft geheilt werden.“

Die Deltanerin stieß mit einem Augenzwinkern an und die Gläser gaben einen hellen Klang von sich. „Auf eine glückliche Zukunft.“ Dann tranken beide einen Schluck und Assjima zog die Beine auf das Sofa. „Tanrims Heldentum … wie soll ich dir das erklären … du weißt: er ist ein Stratege. Verlässt sich ungern auf sein Bauchgefühl. Planen, vorausdenken, immer um den nächsten Zug wissen … das ist seine Stärke. Aber diesmal gab es nichts, was er hätte planen können. Er konnte keine Strategie entwerfen und einsetzen. Wir hatten nur Ideen, Mysterien, alte Geschichten, Mutmaßungen … und irgendwann die Erkenntnis, dass wir diese Aufgabe nur meistern können, wenn wir uns auf eine mysteriöse Gottheit verlassen, die nur drei Dinge von uns erwartete: Glauben, Vertrauen in die schöpfende Kraft unserer Phantasie und eine gute Geschichte. Kannst du dir Vartik als einen Glaubenden vorstellen? Vermutlich dürfte das selbst dir schwer fallen. Aber im entscheidenden Moment … da hat er einfach nur geglaubt. Wie die naiven Helden der Antike. Er hat gehandelt ohne wissenschaftliche oder auch nur halbwegs logische Grundlagen. Er hat alles riskiert und er hat alles gewonnen.“

Das ist wirklich nur schwer zu glauben“, gab Milseya zu. „Selbst für uns, die schon so viel erlebt und gesehen haben.“ Sie lehnte sich in ihren Sessel zurück und strich nachdenklich mit einem Finger über den Glasrand bis ein leiser Ton erklang. „Auf der anderen Seite habe ich Tanrim als aufgeschlossen und auch – nun ja – vertrauensvoll kennengelernt. Insbesondere dir gegenüber. Aber auch dieser Mannschaft gegenüber. Diesem Schiff gegenüber. Er spürte vermutlich tief in sich, was zu tun ist, und folgte diesem Bauchgefühl. Und wer lange genug auf diesem Schiff ist, weiß, dass Logik und Fakten nicht die einzigen Wahrheiten sind.“

Manchmal habe ich das Gefühl, dass dieses Schiff alle seltsamen und mysteriösen Ereignisse in diesem Teil des Universums magisch anzieht … hatten wir nicht ursprünglich einen reinen Wissenschaftsauftrag? Doch nun – egal was passiert – sobald es seltsam wird, schickt man uns los. Aber womöglich ist es Vartik, der diese Missionen anzieht. Ein Captain, der als hervorragender Stratege gilt, aber gleichzeitig auch ein guter Diplomat ist und sich zusätzlich auf die persönlichen Eigenarten und Fähigkeiten seiner Crew verlässt. Eine seltene Kombination, die vom Oberkommando geschätzt wird. Auch Dimede scheint dies erkannt zu haben. Er ist die moderne Personifikation des antiken, mythologischen Helden. Vielleicht mit weniger Naivität, dafür aber mit größtem Vertrauen in das Team, in dem er sich nur als Teil, nicht aber als Kopf sieht.“

Merkwürdige Dinge sind uns auch ohne Tanrim passiert“, erinnerte Milseya. „Ich glaube, eher daran, dass wir es sind – wir alle gemeinsam. Entsinne dich, wie die jetzige Mannschaft zusammenkam. Wie wir uns kennengelernt haben. Und was seitdem geschehen ist...“ Sie nahm einen Schluck Wein und lächelte. „Es ist wie bei einem großen Wein. Oder einem Gourmet-Gericht. Alles muss exakt zueinander passen – harmonisch aufeinander abgestimmt sein. Nur dann entsteht dieser ausgezeichnete Geschmack. Dieser seltene Moment des perfekten Genusses. Auch Tanrim ist ein Teil dieses Menüs... Dennoch fällt es mir im Moment schwer, ihn mir als antiken, mythologischen Helden vorzustellen“, beendete die Bajohaliianerin ihre eigene, schwermütige Sinnierei mit einem Grinsen. „Trugen die nicht immer so knappe Röckchen?“

Doch nur die Schlanken, gut Gebauten! Die älteren gesetzten Herren bevorzugten eine weite Toga“ lachte die Ärztin. „Aber du hast Recht. Uns sind auch ohne Vartik seltsame Dinge passiert. Doch ein mythologischer Held muss nicht unbedingt mit Muskeln bestückt sein. Ein kluger Kopf ist wichtiger. Und Vertrauen … in was auch immer.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein! Ich will nicht länger über all das nachdenken. Über Monate hinweg hat sich die Krankenstation – Mili! Die KRANKENSTATION! … mit Religionen, Mythen und Mystik beschäftigen müssen. Sogar James! Außer beim den Zwischenfall mit den wildgewordenen Katzen hatten wir so gut wie nichts anderes zu tun. Ich will auch mal wieder Ärztin sein dürfen. Bist du sicher, dass du ganz gesund bist? Soll ich dich nicht besser morgen früh gleich mal gründlich untersuchen?“

Schallendes Gelächter war die Antwort. Dann hob Milseya theatralisch eine Hand an die Stirn. „Nun, wo du es sagst, spüre ich doch ein kleines Unwohlsein... ich hätte nichts gegen einen ausführlichen Med-Check – solange wir danach alle Essen gehen und ich mehr über diese Katzen-Episode erfahre...“ Sie reichte Assjima das Glas zum Nachfüllen. „Aber jetzt halten wir es mit meinen klingonischen Verwandten – lass uns trinken, Doc. Und lachen... Glaubst du, das Holodeck kann uns Tanrim im Röckchen zeigen?“

Das lässt sich bestimmt irgendwie bewerkstelligen!“ Die Gläser waren schnell aufgefüllt. „Die Sache mit den Tzenkethi … das war irgendwie ziemlich heftig. Deren Schiff war kurz vor dem Explodieren und einige wurden direkt auf die Krankenstation gebeamt. Kannst du dir einen in Panik geratenen Riesenkater vorstellen, der ohne Vorwarnung auf einem fremden Schiff materialisiert? Die sind komplett aus dem Häuschen gewesen. Die Krankenstation wurde zum Schlachtfeld und einmal wieder in ihre Einzelteile zerlegt.“

Klar – dazu muss ich nur an Miauz denken, wenn der meine Haare sieht...und das potenziere ich dann mit 1000“, grinste Milseya. „Aber ich bin mir sicher Marla und James erzählen die Geschichte noch viel farbenfroher und verrückter. Du bist ein wenig aus der Übung, Doc“, schalt sie die Deltanerin im Scherz. „Oder hast du Angst, dass daraus eine neue verrückte Mission entstehen könnte? Nun, dann kann ich dich beruhigen. Falls das geschehen sollte, findet sie ohne dich statt.“

Wie meinst du das denn?“ fragte Assjima misstrauisch. „Weißt du irgendwas, von dem ich nichts weiß?“

Nun – ja“ Milseya kostete den Moment ein wenig aus und trank genüsslich einen Schluck Wein. „Ich weiß von – Landurlaub. Und ich habe beschlossen, dass wir diesen gemeinsam verbringen werden. Vielleicht könnten wir ja noch ein paar andere Freunde dazu einladen...“

Du meinst, dass wir beide tatsächlich zeitgleich Urlaub bekommen können? Das wäre ja wunderbar! Aber … ich werde nicht mit dir nach Kronos reisen!“

Oh, da kann ich dich beruhigen! Mein wunderbarer Gatte hat dringende Angelegenheiten für unser Haus zu erledigen. Deshalb wäre es sinnlos wenn ich nach Qo'nos reisen würde. Dafür schickt er mir aber unsere Kinder. H'Qar meint, es wäre Zeit, dass sie ein wenig haliianisch erzogen werden.“ Milseyas prustete vergnüglich in ihr Glas. „Nein, ich dachte an einen altmodischen Urlaub. Wir alle an einem Ort. Lange schlafen, viel essen, noch mehr lachen. Schwimmen...“ Sie seufzte, als sie daran dachte, wie lange es her war, dass sie sich mit dem Meer vereint hatte. „Was hälst du davon?“

Hmm … eigentlich hatte ich Mischka versprochen, meinen nächsten Urlaub daheim zu verbringen. Du weißt, dass sie die weiße Schule besucht und von Ischila habe ich erfahren, dass sie ein paar Probleme mit der nötigen Disziplin hat. Ischila meint, es wäre gut, wenn ich etwas Zeit mit ihr verbringen würde. Und die Jungen habe ich auch schon ewig nicht mehr gesehen. Sie sind bald erwachsen und ich … ich vermisse sie einfach.“

Wie wunderbar!“ Milseya klatschte in die Hände. „Bring sie doch mit! Ich kenne da eine kleine Haliianerin, die ich auch noch einladen könnte, und die würde sich freuen ihre Eierkopf-Freunde wieder zu sehen! Was gibt es Besseres als das Lachen von Kindern um sich zu erholen und neue Kräfte zu schöpfen!“

Du denkst an deine verrückte kleine Nichte?“ Assjima lachte. „Dann wird es aber nichts mit Ausschlafen! Okay – bei dir vielleicht, du mit deinem Bärentiefschlaf. Deine drei und meine Drei … das sind sechs Rabauken! Die bekommen wir nie gebändigt!“

Wer sagt, das wir das alleine müssen!“ Die Bajohaliianerin strich sich nachdenklich das Kinn. „Wir bräuchten einfach noch mehr Freunde. Weißt du, an wen ich gerade gedacht habe – an Talana! Die hätte die Rasselbande im Griff.“

Das ist ja wie den Teufel mit dem Betzelbub austreiben zu wollen. Ich dachte, du möchtest dich erholen! Wer soll Talana bewachen? Und wenn Talana mitkommt, so müssen wir auch Gle’ma einladen. Was nicht das Schlechteste wäre … die könnte alle sieben an der Leine halten. Aber warte mal … die Kinder sollen ja auch etwas positivem Einfluss ausgesetzt sein. Wie wäre es, wenn wir Metaxa fragen? Die kann Kultur und Stil vermitteln ohne den Spaßfaktor dabei zu vergessen. Das könnte auch Talana und Gle’ma von Nutzen sein … und uns beiden auch.“

Das Gesicht der kleinen Pilotin strahlte. „Das wird ja immer besser! Ich habe Metaxa schon so lange nicht mehr gesehen. Eine wunderbare Idee! Also, was denkst du? Hälst du es mit mir und meiner Rasselbande ein paar Wochen aus?“

Assjima richtete sich auf und hielt Mili das Glas entgegen. „Das weiß ich nicht, aber wir lassen es auf einen Versuch ankommen! Und falls du noch keine speziellen Vorstellungen von unserem Urlaubsdomizil haben solltest, so würde ich vorschlagen, das alles in Metaxas Hände zu legen. Sie hat den nötigen Einfluss den Transport der Kinder zu regeln, den Papierkram zu regeln, Sam zu zwingen, unseren beiden Blauen frei zu geben und vor allem sicherzustellen, dass nicht eine von uns beiden wieder überraschend auf einen Sondereinsatz geschickt wird. Und sie hat gute Ideen, um uns zu überraschen. Was meinst du?“

Milseyas Glas stieß sanft an das der Deltanerin. „Ausgezeichnete Idee! Und jetzt, Doc – lass uns aufs Holodeck gehen. Und vergiss bloß nicht die Flasche mitzunehmen!“

Was hast du vor?“

Ich sag nur Röckchen.“ Milseya lachte und zog Assjima von ihrem Sessel hoch.

Ach so … ich dachte, dass wir das erst von einem Kollegen aus der Technik programmieren lassen wollten. Aber wenn du meinst, dass du das alleine hinbekommst …“ Sie schnappte sich die Flasche, überlegte noch einen Moment lang, ob sie Schuhe anziehen sollte, entschied sich aber für barfuß durch die Gänge und angelte nach den beiden Gläsern.

Glaub mir, dazu brauchen wir keinen Techniker“, versprach Milseya grinsend, „Es reicht wenn man Botschafter ist – dann darf man fast alles...“ Sie griff nach der Karaffe und ihrem Mantel. „Los geht’s, Doc!“

Treib es nicht zu weit, Frau Botschafterin. Sonderrechte sollten nicht missbraucht werden. Aber auch Botschafterinnen dürfen vermutlich auch mal Spaß haben. Aber versprich mir, dass wir das nachher wieder löschen. Wir wollen Vartik doch nicht vorführen.“

Natürlich werden wir das löschen!“, quietschte Milseya, die das Schott öffnete. „Ich bin ja nicht nur Botschafterin, sondern vor allem Chef-Pilotin dieses Schiffes.“ Sie zog Assjima am Ärmel. „Komm schon, Doc. Lass uns einfach nur Spaß haben. Und morgen sind wir wieder ernsthaft und gewissenhaft... also du zumindest.“ Die Bajohaliianerin lachte und lief los. „Wer als erstes bei Holodeck 1 ist, darf sich den ersten im Röckchen wünschen....“ 

Assjima wusste nicht so richtig, wie ihr geschah, als Milseya davon stieb. Kopfschüttelnd aktivierte sie ihren Kommunikator. „Assjima an Computer. Aktiviere den Ort-zu Ort-Transport Assjima Gamma zwei Zero“ So viel zum Thema Barfuß durch die Gänge. Als Mili im Holodeck ankam, saß die Ärztin bereits in einem Liegestuhl und lachte. „Ich will zuerst George im Röckchen sehen. Vartik heben wir uns noch etwas auf – bis du wieder zu Atem gekommen bist.“

 

[Bryn und inanchfe rocken Röckchen]

 

bearbeitet von Milseya Anquenar

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Mit einem ausgiebigen Gähnen erschien Amanda morgens aus ihrem Zimmer schlurfend. Sie suchte noch halb im Schlaf den Weg zum Tisch und ihrem Platz. Gestern Abend hatte sie noch lange an ihrer Hausaufgabe gearbeitet und war an ihrem Schreibtisch eingeschlafen.

George fand seine Tochter so vor und legte sie behutsam in ihr Bett. Er betrachtete sich dann kurz ihre Arbeiten und war erstaunt wieviel das Mädchen an Informationen zusammengetragen hatte. Was diesen Aspekt anging, wurde sie ihrer verstorbenen Mutter immer ähnlicher. Auch sie hatte sich immer wieder derart eingegraben, wenn sie ein Thema beschäftigt hatte.

Jetzt saß seine Kleine am Tisch und trug immer noch einen Kampf mit ihrer Müdigkeit aus. Nach und nach kamen auch die anderen Familienmitglieder zum Frühstück. Die Zwillinge beschäftigten sich mit ihren Löffeln die neben den Schalen lagen und kicherten in einem fort. Michael wirkte um einiges Wacher und war noch über einem Padd gebeugt.

Jenax tauchte als letztes auf und konzentrierte sich zunächst auf die Zwillinge. George eilte zwischen Tisch und Replikator hin und her. An seinem Platz war ebenfalls ein Padd dass neben dem Statusbericht auch Subraumitteilungen anzeigte. Unter diesen war eine von Starfleet Command. George sah auf dem Display, von wem genau diese abgesendet worden war.

 

-          Adm. Alyna Nechayev   

 

 

Durch die Geräuschkulisse kehrte das Leben in das Gesicht des Mädchens zurück. Spätestens wo Aiden seine Schwester mit einem lautstarken „Ama-da?“ bedachte und sie mit großen leuchtenden Augen ansah war sie wieder wach.

„Dad? Weißt Du warum man im Lantaru Sektor kein Flug mit Warp möglich ist?“, fragte sie schließlich, als sie sich wieder daran erinnerte, weswegen sie derart spät noch an ihren Recherchen gesessen war.

 

George blickte auf und war dankbar für die Ablenkung. „Soweit es allgemein bekannt ist, soll es sich um ein natürliches Phänomen handeln. Mehr weiß ich leider auch nicht Amanda“, antwortete er schließlich.

 

„Das weiß ich auch“, antwortete Amanda frustriert, „aber nirgends wird erklärt um was es sich dabei genau handelt. Es ist so …“

 

„Wage?“ vollendete George den Satz seiner Tochter. „Bisher ist man auch auf keine zweite Region gestoßen, in der die gleichen Bedingungen vorherrschen. Zumindest habe ich bisher noch nichts davon gehört.“

 

„Das wurde es auch nicht. Ich habe dem Computer bereits Löcher in den Bauch gefragt.“

 

„Verstehe“, sagte George, „konzentriere Dich am besten auf das, was Du hast. Immerhin soll es ein Aufsatz und keine Biografie werden. Dann sollte es einfacher sein“, riet George seiner Tochter.

 

„Werde ich machen“, man konnte es dem Mädchen ansehen, dass die Sache an ihr nagte. Sie konnte nicht aufgeben. Nicht nachdem sie so weit gekommen war. Sie wollte wissen warum ein derartiges Geheimnis um einen Physiker gemacht wurde. Sie hatte immerhin in Erfahrung gebracht, dass Ketteract etwas problematisch war, was seine politischen Ansichten anging.

Aber daran alleine kann es nicht gelegen haben. Sonst wäre auch über all die anderen Despoten der Menschheit und auf den anderen Welten nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Es musste vielmehr mit dessen Arbeit zu tun haben. Soviel war für Amanda klar gewesen. Das oder er hatte ein Verbrechen begangen, dass derart schrecklich war……… Und selbst dann wollte sie es wissen.

Der Schlüssel war dazu, herauszufinden was wirklich mit dem Lantaru Sektor geschehen war und wie schließlich das Leben von Bendes Ketteract endete.

 

„Übrigens Milli ist wieder an Bord Leute“, warf Jenax ein.

 

„Stimmt. Sie soll einen -dramatischen- Auftritt hingelegt haben“, fügte Michael mit einem leichten Glucksen hinzu. „Sie soll mit einem Breen-Shuttle gelandet sein und einen großen Mantel mit Kapuze getragen haben. „

 

„Woher weißt Du so Bescheid?“ fragte George seinen Sohn.

 

„Auf der Krankenstation bleibt kaum was geheim“, antwortete er knapp.

 

„Das ist mir nicht in den letzten Jahren entgangen“, antwortete George. Er sah wieder auf die ungeöffnete Mitteilung, die ihn geradezu aufforderte, dass er diese öffnen solle. Sonst hatte George nie Probleme damit dies auch zu tun. Doch irgendwie hatte er ein seltsames Gefühl.

 

„Alles Ok Dad?“, Michael war es nicht entgangen, dass sein Vater immer wieder zögerte eine bestimmte Schaltfläche auf dem Display des Padds zu berühren.

 

„Wie? …Äh ja. Ich muss nur mir was ansehen.“ George berührte einfach die Fläche. Die Mitteilung entpuppte sich als eine Abkommandierung zum SCE, die von Nechayev autorisiert wurde. Sobald die Community bei der Erde ankommen würde, wäre er dem Kommando von Captain Montgomery Scott unterstellt – wenn auch vorrübergehend – wie in der Kommandierung erwähnt wurde.

Am Verteiler sah er, dass auch Captain Tanrim und Trend diese Nachricht erhalten haben.

„Ich muss los Leute. Wir sehen uns wieder beim Abendessen?“

 

„Ja klar Imzadi“, versicherte Jenax. Sie spürte die Aufregung ihres Mannes. Wollte aber später darüber mit ihm sprechen, wenn er dazu bereit war.

„Ich bringe die Jungs in den Hort. Meine Schicht beginnt heute etwas später.“

 

„Danke dir“, antwortete George nahm das Padd an sich und verabschiedete sich von seiner Familie.

Als nach im sich die Schotten geschlossen hatten, sahen sich die Kinder und Jenax Achselzuckend an.

 

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Bis zum Nachmittag schien auf dem Schiff eine sonderbare Ruhe eingekehrt zu sein. Es war die spezielle Art von Ruhe, wie sie so St von Kleinkindern ausging, wenn diese im Begriff sind was anzustellen.

Lieutenant Tial Monkar befand sich vor dem Panel, welches im Torbogen von Holodeck 1 eingelassen war. Der Diagnose-Computer hatte eine Fehlfunktion registriert, als das System die geplante Datensicherung vornehmen wollte. Da dies nur vor Ort behoben werden konnte, machte sich Tial daran, da sie eh die Holosysteme den neuesten Spezifikationen anpassen musste.

 

Die Ursache für die Störung war nach wenigen Minuten gefunden. Jemand hatte eine Simulation erstellt und diese gelöscht, als genau in diesem Moment ein Backup erstellt werden sollte. Die Löschung setzte praktisch mitten in der Sicherung ein und verursachte Störung der Sicherung .

Wer es auch im er war, dieser musste nicht ganz bei Sinnen gewesen sein. Um ein Haar wäre deswegen das komplette Netzwerk ausgefallen. Das teilgesicherte Programm musste entfernt und das Backup bereinigt werden, bevor sie auch nur daran denken konnte an den Systemen weiter zu arbeiten können.

Tatsächlich waren noch genug Daten von der letzten Sitzung gespeichert um diese abspielen zu lassen. Bevor sie die Löschung vornahm, über spielte sie die Daten auf einen Chip mit ausreichender Kapazität, für den Fall dass es sich um ein Programm handelte, dass noch benötigt wurde und man dieses eventuell zu rekonstruieren vermochte.

Auch kopierte sie das Sitzungsprotokoll für mögliche Rückfragen. Als dies erledigt war, wies Tial den Computer an die Löschung der Fragmente auszuführen und das Backup durch ein neues zu Überschreiben. Der Computer zirpte kurz und führte die Befehle aus.

Nach einigen Minuten konnte Tial dann mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

 

 

Kurz bevor Tial fertig war, öffneten sich dir beiden großen Schotten mit dem gewohnten dumpf klingenden Ächzen. Amanda Sheridan trat ein. Die hatte auf dem Weg von der Schule zum Quartier einen Abstecher hierher eingelegt um weiter an den Recherchen für ihren Aufsatz zu arbeiten.

 

" Hallo Tial", begrüßte Amanda die junge Cardassianerin .

 

" Hallo Amanda. Wie geht es dir?" , erwiderte diese die Begrüßung.

 

„Es geht mir gut“, in dieser Antwort schwang bereits die nächste Frage mit. „ Kannst Du mir vielleicht helfen?“, fügte sie hinzu.

 

Tial nickte kurz. „ Ich werde es versuchen Amanda. Worum geht es?“

 

Amanda erzählte von ihren Nachforschungen zu Bendes Kettaract und von dem Umstand, dass über dessen Ende es keine Informationen gab, wenn man davon ab sah dass alle Hinweise, die man an drei Fingern abzählen konnte auf den Lantaru Sektor hinwiesen.

Amanda war inzwischen zu der Ansicht gekommen, dass im Lantaru Sektor die Antwort zu suchen war, wenn es um das endgültige Schicksal des Wissenschaftlers ging.

 

„Klingt mehr nach einer Ermittlung wie nach einem simplen Aufsatz“, stellte Tial fest.“ Schauen wir uns mal den Lantaru Sektor an?“

Amanda nickte. Tial wandte sich wieder dem Panel zu. „Computer. Eine Dreidimensionale Darstellung des Lantaru Sektors generieren.“

Der Computer zirpte erneut und gehorchte der Ingenieurin. Die Simulationskammer wich nun einer Dreidimensionalen Darstellung des Weltalls.

 

Amanda betrachtete sich die Darstellung aufmerksam. „Dad sagte, dass man kein Warpfeld im Lantaru Sektor aufbauen könne, angeblich ist ein natürliches Phänomen, dass dies verhindern sollte. Aber genauer konnte er es auch nicht erklären.“

 

„Stimmt“, Tial nahm weitere Justierungen vor. „Computer, hebe die Subraumanomalien farblich hervor, die ein stabiles Warpfeld verhindern.“

 

Der Computer reagierte erneut und der Sektor wurde in Schattierungen aus Rot bis Gelb gehüllt. Was zunächst wie das Werk eines Aktionskünstlers aussah, der nichts Weiteres tat wie zwei Eimer Farbe mit Schwung an die nächstbeste Wand zu Schleudern entpuppte, ließ Amandas Augenbrauen nach oben wandern.

Die Abmessungen der Anomalie waren merkwürdig ebenmäßig bis auf eine Stelle, die wie eine gigantische Delle anmutete. Dies war praktisch die einzige Verformung, die diese Anomalie aufwies und tatsächlich beinahe den kompletten Sektor vereinnahmte.

 

„Wow!“ , Tial betrachtete sich die Simulation und analysierte diese. „Das ist wirklich komisch. Irgendwie könnte man meinen man sieht die Reste einer Explosion.“

 

„Kann nicht sein Tial. Denn so eine große Explosion…… Das wäre doch nicht unbemerkt geblieben.“

 

„Stimmt Amanda“, Tial wandte sich wieder dem Computer zu,“ Computer! Gibt es Berichte aus den zu dem Lantaru Sektor angrenzenden Sektoren, die auf eine Explosion im Subraum hinweisen?“

 

„Negativ. Es sind keine Aufzeichnungen vorhanden, die das gesuchte Phänomen dokumentieren.“

 

„Computer! Ursache der Lantaru Subraum Anomalie bestimmen.“

 

„Es liegen nicht genügend Informationen vor um eine Hypothese bilden zu können.“

 

„Was wäre nötig um diese Anomalie zu verursachen“, fragte Amanda den Computer.

 

„Theoretisch ist eine Explosionsenergie erforderlich die vom Subraum nicht absorbiert werden kann und aufgrund dessen dadurch zerstört wird.“

 

Tial dachte nach. Das konnte nicht sein. In diesem Sektor gab es nichts, weder natürlichen noch künstlichen Ursprungs, dass eine derartige Energie erzeugen könnte.

Und das einzige was dazu in der Lage war dies anzurichten wäre im Grunde nur der Urknall selbst gewesen. Was aber nicht sein konnte. So was wäre der Sternenflotte des 23 Jahrhunderts oder sonst jemanden auf keinen Fall entgangen.

Also was war es, dass den Subraum auf diese Weise zurichten konnte?

 

 

 

 

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Der Computer hatte inzwischen weitere Berechnungen durchgeführt. Amanda und Tial kamen zwar voran, aber jeder Fortschritt hatte die Länge eines Schrittes von Kleinkindern gehabt, die im Begriff waren gerade erst das Laufen zu lernen.

Nun sah man auf dem Holodeck die Rekonstruktion des Ursprungortes der Anomalie im Lantaru Sektor. Alleine dies zu erreichen hatte Stunden gedauert.

 

„Es sieht aus wie eine Struktur, die gebaut wurde, Aber man kann dennoch nicht sagen was es sein könnte?“, dachte Tial laut nach.

 

„Eine Raumstation vielleicht?“

 

„Möglich Amanda. Aber genauso gut könnte es auch ein Wanderzirkus der Ferengi gewesen sein. Tut mir Leid Amanda. Aber ich muss weiter.“ Tial betrachtete sich noch einmal die Darstellung, welche beinahe die gesamte Grundfläche des Holodeck 1 einnahm. Als sie sich zum Gehen wandte, öffneten sich die Beiden großen Schotten erneut mit dem typischen tiefen Ächzen und ließen den Chefingenieur eintreten.

 

„Hallo Commander. Ich habe ihrer Tochter Gesellschaft gleistet, und nebenher das Problem beseitigt.“ Sie überreichte George den Chip mit den Dateien, die die Störung verursacht hatten.

 

„Bin mal gespannt was es dieses Mal sein wird.“

 

„Hoffentlich keine billige Produktion der Ferengi.“

 

„Ich hoffe es auch Tial. Die Dinger verseuchen das System immer derart, dass wir mehrere Tage mit der Wiederherstellung beschäftigt sind.“

 

„Wenn Sie mich entschuldigen Commander. „, verabschiedete sich Tial vom Chefingenieur. „Viel Glück Amanda. Und erzähle mir ob Du es herausgefunden hast“, fügte sie an das Mädchen gerichtet hinzu.

 

„Mach ich“, rief Amanda durch den Zugang, als sich die Beiden Schotten wieder anschickten Geräuschvoll zusammenzugleiten.

 

George betrachtete sich neugierig die Darstellung. „Meine Güte. Amanda, dass sieht mehr nach einer Ermittlung aus wie nach der Recherche für einen Aufsatz.“

 

„Hat sich so ergeben“, erklärte das Mädchen. George legte seine Hand auf ihre Schulter und war sichtlich auf seine Tochter Stolz.

 

„Kann ich Dir helfen?“

 

„Vielleicht Dad. Wir haben sowas wie eine Art Abdruck vom Ursprung der Subraumanomalie. Alles deutet auf eine Explosion hin.“

 

„Und nirgends gibt es darüber eine Aufzeichnung“, ergänzte ihr Vater den Satz. „An dem Punkt war ich Damals auch gekommen. Aber vielleicht hast Du mehr Glück als ich?“

George holte sich die Darstellung heran und sah genauer hin. „Wenn ich es nicht besser wüsste, dann ähneln die Umrisse teilweise einer Raumstation. Aber es ist zu wage.“

 

„Gab es da eine Raumstation?“

 

„Nicht dass ich wüsste Kleines“, George erhob sich wieder. „Wir müssen aber wieder gehen. Oder willst Du auf das Abendessen verzichten?“

 

Amanda wurde es erst jetzt bewusst, wieviel Zeit sie hier verbracht hatte. „Nein, ich merke auch, dass ich einen großen Hunger habe.“

 

„Kein Problem“, George sah noch einmal auf die Darstellung. „Computer Programm als Amanda 1 speichern und schützen. Danach Holodeck Ende.“

Der Computer gehorchte, zwei Sekundenspäter verschwand der Lantaru Sektor und wurde durch das Schwarz-Gelbe Gitter des Holodecks ersetzt.  George sah auf den Chip, den er von der jungen Cardassianerin erhalten hatte.

Die Neugierde war schon beinahe Übermächtig. Aber er steckte dennoch diesen ein und verließ mit Amanda das Holodeck.

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Assjima    1

Wenn sich der medizinische Staff zu einer seiner kleinen Feiern im Casino versammelte, ging es meistens recht lebhaft zu. Doch diesmal war es besonders turbulent, denn Dackbad, Entack und Aiso hatten sich dazu gesellt. Der Ok’Ta, der Aurelianer und der Finne wetteiferten miteinander, indem sie wüste Beschimpfungen erfanden und sich diese gegenseitig an die Köpfe warfen. Anna versuchte derweil, der kleinen Elmag Bayrisch beizubringen, während Marcus sich lautstark mit Alice über die Vorzüge von Rösti gegenüber Käsespätzle stritt.

Assjima wurde es irgendwann zu bunt und sie stand auf, um sich bei Tassadar an der Bar einen Schirmchencocktail zu bestellen und einen Augenblick Ruhe zu finden. In zwei Stunden würden sie den Subraumkanal verlassen um nur wenig später bei Gamma 7 auf das romulanische Schiff zu treffen. Sobald sie wieder im Normalraum sind, wollte sie Metaxa anrufen um mit ihr über ihre und Milis Urlaubspläne zu sprechen. Und sie würde endlich wieder mit Sam sprechen können …

„Tassadar! Ich wollte doch einen Mochito“!

„Das ist ein Mochito, Schätzchen“ brummte der Protoss.

„Der hier ist blau!“

„Hast du was an den Augen, Doc? Kubanischer Syntohol-Rum, grüne Minze, grüne Limette … alles grün.“

Die Deltanerin starrte verwirrt auf das Glas mit seinem blauen Inhalt. „Aber …“

„Es ist alles in Ordnung mit deinen Augen, junge Frau.“

Assjima drehte sich ruckartig zur Seite. Neben ihr saß eine alte Frau in wollenem Jäckchen und knielangem Rock. „Dimede!“

Das faltige Gesicht der alten Frau verzog sich zu einem Lächeln.

***

Wenig später stand die Ärztin in Tanrims Bereitschaftraum. Der Zakdorn saß hinter seinem Schreibtisch und lies die kleine Schachfigur zwischen seinen Fingern hin und her wandern, während Tenner am Türrahmen lehnte.

„Dimede war im Casino und niemand außer dir hat sie gesehen? Müssen wir uns Sorgen um dich machen?“ Jeremys Gesichtsausdruck verriet deutlich, dass er diese Frage durchaus ernst meinte.

„Ich weiß ja … das klingt wieder mal ziemlich verwirrt, aber …“

„Du brauchst dich nicht zu verteidigen, Assjima“ griff Tanrim ein. „Wir müssen akzeptieren, dass sich dieses Wesen nicht an die physikalischen Grundgesetze hält. Das haben Sie schließlich am eigenen Leib erfahren, Jeremy.“

„Ich wollte Assjima auch keinesfalls zu nahe treten. Doch mir erscheint das Ganze dennoch ziemlich merkwürdig. Du siehst blass aus, Doc.“

„Es ist der Subraum. Ich vertage den nicht besonders gut.“

„Und genau daran liegt es meiner Meinung nach, dass nur Assjima dieses Wesen wahrnimmt“ warf Tanrim ein. „Eine gewisse physische Instabilität macht es Dimede womöglich leichter, Zugang zu ihr zu finden.“

Tenner schüttelte den Kopf. „Ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, dies alles ohne wissenschaftliche Erklärung hinzunehmen. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass das Sternenflottenkommando diese Rettungsmission nur auf Basis dieser wenigen, äußerst wagen Hinweise überhaupt genehmigt hat.“  

„Es gibt da ein paar Herrschaften in der Admiralität, denen Sie am Herzen liegen, Jeremy. Ich will hier keine Namen nennen. Doch es stand auf der Kippe. Diese Mission wurde als nicht ungefährlich erachtet. Zum Glück gibt es unter unseren Vorgesetzten noch mehr, die bereit sind, den unkonventionellen Gedanken und Ideen unserer Schiffsärztin ein offenes Ohr zu schenken.“

Tenner betrachte die Deltanerin nachdenklich. „Diese Vorstellung macht mir ehrlich gesagt Angst. Du bist dir im Klaren darüber, Assjima, dass die dich jederzeit die Karriereleiter hinauf schubsen und dich auf einen Posten versetzen könnten, den du vielleicht gar nicht haben willst?“

Bevor die Ärztin antworten konnte, hatte Tanrim sich erhoben und ihr die Hand auf die Schulter gelegt. „Es gibt Gerüchte über eine Funktion als Sonderbotschafterin oder einen Posten in ratgebender Funktion innerhalb der Admiralität. Doch egal, was die da oben planen … die müssen immer noch an mir vorbei. Ich werde nicht zulassen, dass du irgendwas machen musst, zu dem du dich nicht aus freien Stücken entscheidest.“

„Ich auch nicht. Du kannst dich auf uns verlassen, Assjima.“

Die Deltanerin warf den beiden Captains zwei lange, verwunderte Blicke zu. Dann räusperte sie sich. „Ihr beide seid wirklich rührend und ich werde euch beim Wort nehmen, wenn eine solche Situation irgendwann einmal wirklich eintreten sollte. Aber eigentlich bin ich ja hier, um euch auszurichten, was Dimede mir aufgetragen hat.“

Tanrim lachte und ging zurück zu seinem Sessel. „Nun denn, meine schöne Götterbotin … Was lässt die Gottheit ausrichten?“

„Nun …“ Assjima fuhr sich verlegen mit der Hand über den Kopf. „Sie lässt euch grüßen, gibt uns ihre besten Wünsche mit auf den Weg und bedankt sich für die tolle Geschichte.“

„Das ist alles?“ fragte Jeremy und starrte sie überrascht an.

„Ja. Das ist alles. Ach, entschuldigt … das hätte ich beinahe vergessen: Sie wird ein Auge auf die Breen werfen. Die befinden sich wohl gerade in einer Umbruchphase, in der sie ein paar gute Ideen, Geschichten und vor allem Träume und Visionen brauchen könnten. Sie wird den richtigen Moment abpassen. Und uns dann mit Hilfe der Ok’Ta informieren.“

„Mit Hilfe der Ok’Ta?“ Tenners Augen wurden noch größer.

„Das hat sie gesagt“ antwortete Assjima schulterzuckend. „Diese kleinen Rebellen könnten für die Föderation irgendwann vielleicht mal wirklich wichtig werden.“

„Davon bin ich absolut überzeugt“ lachte Tanrim. „Und sei es nur, dass sie mal wieder etwas Schwung in unsere steife Verwaltung bringen.“

„Darauf freue ich mich jetzt schon. Aber jetzt entschuldigt mich bitte. Da steht immer noch ein Mochito im Casino und wartet auf mich. Ich hoffe nur, dass der inzwischen wieder grün ist.“ Vor der Türe blieb sie stehen und drehte sich nochmal um. „Möchtet ihr beide nicht mitkommen? Die Stimmung war sehr gut, als ich gegangen bin. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Crew sich freuen würde, wenn du, Jeremy, dich mal bei ihr blicken lassen würdest. Sie haben alle viel für dich und Aiso riskiert.“

Tenners Gesicht lief rot an. „Du hast Recht, Doc“ antwortete er beschämt. „Auf diese Idee hätte ich von alleine kommen sollen. Kommen Sie mit, Vartik?“

„Selbstverständlich!“ Der Captain wuchtete sich erneut aus seinem Sessel. „Eine nette kleine Party möchte ich mir keinesfalls entgehen lassen.“

Als die drei wenige Minuten später das Casino betraten, wurde es schlagartig still im Raum. Alle Augen richteten sich auf die Neuankömmlinge und Assjima betete insgeheim, dass sich Miki oder James zu einem lautstarken Kommentar hinreißen lassen würde um die gespannte Stille zu zerreißen und Tenner oder Tanrim vor einer improvisierten Ansprache zu retten. Doch nichts dergleichen passierte. Stattdessen watschelte eine kleine Ok’Ta auf die drei zu.

„Ist alles in Ordnung, Assjima“ fragte sie leise.

„Ja …“

„Gut. Ich wollte dir nur sagen, dass ich sie auch gesehen habe.“

„Wen?“

„Glonta … Dimede. Sie saß neben dir an der Bar.“

Und dann kam er, der erlösende Ausruf aus James Mund: „Alles klar, Captains? Das könnt ihr nun den Kollegen in der Admiralität erzählen: Unser Doc hat keinen Schuss weg! Die ist nur nicht ganz so blind wie wir. In meinem nächsten Leben will ich Deltaner werden. Dann sehe ich vielleicht auch mal eine echte Gottheit.“

„Was dir auf keinen Fall schaden würde, James. Vielleicht lernst du dann mal etwas in Sachen Ehrfurcht und Respekt, mein Freund“ antworte Assjima lachend. „Tassadar … eine Runde für alle. Auf Kosten des Captains.“ Sie drehte sich schmunzelnd zu ihren Begleitern um. „Halbe-halbe. Auf jeden der beiden Captains."

 

bearbeitet von Assjima

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Als die Community ihr Ziel erreicht hatte, gingen auch schon die ersten Besatzungsmitglieder von Bord, die Landurlaub beantragt hatten. Dadurch wurde es auch auf dem Schiff ruhiger. Derart, dass man inzwischen Minutenlang durch die Korridore wandern konnte ohne auf eine andere Menschenseele zu treffen.

Als sich der Tag dem frühen Abend zuneigte, traf George, der sich früher als üblich frei genommen hatte in seinem Quartier ein. Dort fand er Amanda am Esstisch sitzend vor. Auf der Tischplatte vor ihr, lag ein Padd, auf dass das Mädchen nachdenklich blickte.

 

„Alles in Ordnung?“

 

„Hm?......Ja alles Ok Dad. Habe eine Eins für den Aufsatz bekommen“, antwortete Amanda ihrem Vater. Hinter ihrer Stirn arbeitete es nach wie vor und jeder würde sich fragen, warum sie ein derartiges Gesicht machte, wenn sie für ihren Aufsatz eine gute Note bekommen hatte.

 

George legte seine Stirn leicht in Falten und setzte sich neben seiner Tochter an den Tisch.

 

„Das ist doch Fantastisch“ lobte er und nahm sie in den Arm. Nach einigen Sekunden ließ er sie wieder los.

„Du hast wohl nicht alle Antworten finden können?“

 

Amanda nickte als Bestätigung. „Warum wird um Kettarect so ein Geheimnis gemacht?“

 

„Das weiß ich nicht Kleines. Aber Du hast immerhin einiges in Erfahrung bringen können. Vielleicht wirst Du eines Tages die Antworten noch erhalten.“

 

„Ich habe das Gefühl, sehr nahe an der Antwort dran gewesen zu sein.“

 

„Glaub ich Dir gerne.“ George streckte sich etwas. „Du kannst ja noch auf eigene Faust weiter nachforschen.“

 

„Dann brauche ich deine Hilfe Dad. Ich hänge noch immer an der Rekonstruktion des Ausgangspunktes der Explosion im Lantaru Sektor. „

 

„Das werde ich machen Kleines. Aber vorher sollten wir was essen. Dann lässt es sich auch leichter nachforschen“, sagte George und zwinkerte Amanda leicht zu.

 

 

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Assjima    1

Gamma 7 war beileibe kein architektonisches Meisterwerk. Aber die Wände hatten eine andere Farbe und die Gerüche waren abwechslungsreicher als auf der Community. Es gab sogar ein kleines Promenadendeck mit einer Handvoll Läden. Assjima lehnte an einer Säule und beobachtete scheinbar gedankenverloren eine kleine Gruppe cardassianischer Händler, die um den Preis einiger Rollen Tuch schacherten.  Wenige Meter weiter standen drei Menschen an einem Süßigkeitenstand, deren bruchstückhafte Gedankenbilder ihr verrieten, dass es sich um Siedler aus den Badlands handelte. Schräg hinter ihr saßen fünf romulanische Offiziere um einen kleinen Tisch. Die gehörten sicherlich zu der Crew des Warbird, welcher den romulanischen Piloten zurück ins Reich holen sollte. Es tat gut, das ganz banale Leben außerhalb der Community zu beobachten, ohne das irgendwelche Rätsel oder gar Gefahr im Hintergrund lauerten und alle ihre Sinne scannten die Umgebung, um diese Eindrücke aufzunehmen und in der Erinnerung zu speichern. So entging ihr auch keinesfalls der Hauch einer Bewegung, die leichte Temperaturveränderung, der schwache Duft eines bestimmten Rasierwassers, die wage Veränderung der Aura hinter ihr.

„Hast du Ulan Nveid verabschiedet?“ fragte sie leise, ohne den Blick von den Cardassianern zu nehmen.

Captain Tenner atmete aus. „Ich gebe es auf. Dich kann man einfach nicht überraschen.“ Er hielt ihr eine kleine Tüte hin. „Hier – du magst doch eingelegte Mandeln? Da vorne gibt es einen kleinen Laden mit bajoranischen Spezialitäten.“

Assjima drehte sich um und fischte lächelnd eine der kleinen Köstlichkeiten aus dem Tütchen. „Danke! Ich liebe die Dinger.  Wird der Ulan meine Grußnachricht an Dalis weitergeben?“

„Ja, wird er. Du hättest seine Eltern sehen sollen! Ich hätte niemals gedacht, dass Romulaner vor Freude vollkommen aus dem Häuschen sein können.“

„Ich war schon überrascht, dass die beiden alten Herrschaften überhaupt mit hier her kommen durften. Ich hatte mir das eher so vorgestellt, dass er erst einmal auf Romulus feierlich empfangen würde, dann für Wochen in eine Quarantäne müsste und erst im Anschluss seine Familie zu sehen bekäme. Die Romulaner können uns offensichtlich noch immer überraschen.“

Tenner lachte. „Vermutlich nur wieder ein Trick um uns in der trügerischen Sicherheit zu wägen, es würde sich im Reich etwas verändern.“

„Sei doch nicht immer so misstrauisch, Captain.“

„Das sollte Sarkasmus sein, Doktor. Sag mal: hat es einen bestimmten Grund, dass du hier herumstehst oder kommst du mit mir in diese kleine Bar dort drüben? Ich würde gerne ein syntohlofreies Bier trinken.“

„Nun ja … meine Spionageaktivitäten können warten.“ Sie deutete auf die drei Menschen an dem Stand voller Süßigkeiten. „Ich wette, dass diese Siedler zum Marquis gehören. Aber sie planen keinen Sprengstoffanschlag, sondern nur ein Attentat auf ihr Körperfett. Gibt es da auch Schirmchencocktails?“

„Davon gehe ich aus.“

Wenig später saßen die beiden Offiziere an einem Ecktisch der kleinen Spelunke, die sich wie der Rest der Station stilistisch nicht gerade auszeichnete. Das Mobiliar schien aus allen Ecken des Universums zusammen getragen zu sein und schien nur eines gemeinsam zu haben: es hat bei der Anschaffung garantiert nichts gekostet.

„Na, das nenne ich mal Upcycling“ scherzte Jeremy und nahm einen großen Schluck von dem frisch gezapften Bier. Ein ungewohnter Anblick für Assjima, denn sie hatte ihn noch nie mit einem Bier in der Hand gesehen. Tee oder ein Glas Wein … aber Bier? Die kleine blaue Welt hatte ihn irgendwie verändert. Er wirkte gelöst, ungewohnt fröhlich …

„Was ist los, Jeremy?“

„Was soll los sein?“

„Du hast gute Laune.“

„Warum sollte ich keine gute Laune haben?“

„Weil du selten gute Laune hast.“

„Wie meinst du das? Ich habe oft gute Laune.“

„Nein. Du hast immer nur eine Captain-Laune. Mal strenger, mal weniger streng.“ Assjima fixierte ihn mit ihrem Blick. „Du hast deinen Abschied eingereicht?“

Tenner seufzte. „Du bist mir nach all den Jahren manchmal immer noch unheimlich, Doc. Ich glaube, es gibt niemanden im ganzen Universum, der mich so schnell durchschaut. Niemanden, der mich so gut kennt. Ich werde dich vermissen.“ Er trank so hastig noch einen Schluck, dass ihm der Schaum an  Oberlippe und Nasenspitze kleben blieb.

Die Ärztin schmunzelte. „Dich zu durchschauen ist nicht so schwer. Selbst ohne deine Gedanken zu lesen. Also: was hast du vor, Captain?“

„Ich habe meinen Abschied nicht eingereicht, Assjima, sondern nur Urlaub auf unbestimmte Zeit. Ich muss über einiges nachdenken. Es gibt so vieles, was ich noch tun möchte. Und nicht alles ist meinem Dienst in der Sternenflotte kompatibel. Ich muss mich ein wenig um meine Eltern kümmern. Und um den Rest meiner Familie.“

„Das verstehe ich …“ Assjima dachte an die kurze, schmerzvolle Begegnung mit seinen Eltern und an den schönen Tag auf dem Weingut seiner Nichte, inmitten ihrer Familie, die irgendwie auch die seine war. Sie erinnerte sich an seine liebevollen Blicke, wenn er Roxanas Kindern beim Spielen zuschaute, an die Begeisterung, mit der er von Honig und Wein sprach … Bodennähe und Familie, sein heimlicher Traum, der nichts mit dem Leben eines Sternenflottenkapitäns zu tun hatte. Ein Traum, den sie durchaus mit ihm teilte. „Aber noch traust du dich nicht, die Reißleine zu ziehen.“

„Sollte ich das machen“

„Ich weiß es nicht. Vielleicht ist die Vergangenheit wie ein Anker. Vielleicht muss man das loslassen, was man einst war und das zu werden, was man einst sein wird.“

„Geht es auch weniger … deltanisch?“

Assjima versuchte vorsichtig, mit dem Zahnstocher die im Martini badende Olive aufzuspießen, während sie nach einer Übersetzung suchte. „Niemandem ist der Weg in seine Zukunft in die Wiege gelegt. Doch für jeden gibt es letztendlich nur eine wahre Erfüllung. An jeder Gabelung muss man sich neu entscheiden. Es kann jedoch passieren, dass einen die gewählten Wege weit weg von der Erfüllung führen. Träume von der Erfüllung können falsch sein, ein falsches Ziel vorgaukeln, sich im Nebel unauffindbar auflösen … der Held, der von Anbeginn an sein wahres Ziel fest im Auge zu haben glaubt, irrt meistens. Der wahre Held erkennt die wenigen sich bietenden Möglichkeiten, die einen Querpfad zum richtigen Weg zeigen, oder gar eine Kehrtwendung ermöglichen. Der Anker der Vergangenheit ist der feste Glaube, dass man unmöglich sein ganzes bisheriges Leben lang auf falschen Wegen gewandelt sein könnte. Die Illusion, dass dies einfach nicht sein kann, nicht sein darf, denn es würde das bisherige Leben in Bedeutungslosigkeit auflösen. Aber das ist  nicht korrekt. Ein Leben – egal auf welchen Wegen – wirkt sich immer auf die Gemeinschaft aus. Hier kann man viel Gutes vollbracht haben. Doch irgendwann kommt der Moment, an dem man sich entscheiden muss: will ich weiterhin ein Teil dieser einen Gemeinschaft sein und ihr dienen oder möchte ich den Weg finden, der mich zu mir zurück führt. Bin ich sicher, dass ich als Teil der Gemeinschaft das sein will was ich einst sein werde oder ist es meine Bestimmung, andre Wege auszuprobieren um zum wahren Ziel zu gelangen?“

„Verdammt Assjima … das war noch  viel deltanischer! Du verwirrst mich.“ Jeremy betrachtete sein Gegenüber während er versuchte, nachzuvollziehen, was sie gesagt hatte. „Sag mal … hast du eben von mir oder von dir gesprochen?“

Endlich hatte sie die Olive erwischt und in den Mund geschoben. „Keine Ahnung …“ antwortete sie kauend. „Von dir … vielleicht auch ein wenig von mir. Aber nachgedacht habe ich über dich.“

„Du glaubst also, ich solle den Dienst quittieren um herauszufinden, ob mich mein Platz in der Sternenflotte tatsächlich auf den richtigen Weg geführt hat? Und wenn es der richtige Weg ist? Dann bin ich abgebogen und komme nicht mehr  zurück.“

„Nein, so habe ich das nicht gemeint. Du musst darüber nachdenken, ob du inzwischen nicht genug für diese Gemeinschaft getan hast. Dein ganzes Leben lang hast du dich über deine Tätigkeit als Offizier definiert. Ist deine Funktion in der Föderation jedoch deine wahre Erfüllung? Bist du wirklich glücklich damit? Oder ist dein Wissensdurst jetzt gestillt? Denke daran: es gibt viele Wege. Wäre es womöglich nun an der Zeit, sich über andere Optionen Gedanken zu machen? Familie, Kinder, vielleicht ein Weingut in Kalifornien … würde dich das glücklich machen?“

„Bin ich das nicht schon?“

„Glücklich? Nein, mein Freund. Du bist nicht glücklich.“ Sie legte ihre Hand auf die seine. „Du bist nicht einmal zufrieden. Du glaubst es vielleicht, weil du deine Pflicht mehr als nur erfüllst. Weil du Anerkennung bekommst, weil man auf dich nicht verzichten will. Glücklich habe ich dich nur einmal erlebt, nämlich auf dem Weingut deiner Nichte. Und zufrieden scheinst du mir seit deiner Rückkehr aus der kleinen blauen Welt zu sein. Was ist dort wirklich mit dir passiert?“

„Hm …“ Seine Hand umschloss Assjimas fest. „Ich glaube es war das bodennahe, einfache Leben. Ohne Replikatoren, ohne Technik. Dann die kleine, überschaubare Gemeinschaft. Und ich bin einer Göttin begegnet. Sie hat mit mir gesprochen. Wir mussten unser Schicksal in ihre Hände legen. Konnten es nicht mehr selber bestimmen … und dennoch waren wir uns sicher, dass sie uns beschützt. Sie hat uns alles gegeben, was wir zum Überleben benötigten. Bedingungsloses Vertrauen … ohne zu wissen, ob wir jemals wieder in unsere Welt zurück kehren würden.“

„Der Anker der Vergangenheit schien gekappt … und du warst glücklich?“

„Wenn du mich so fragst: ich glaube tatsächlich, dass ich glücklich war.“

„Dann nutze die Gelegenheit, Jeremy. Nehme deinen unbefristeten Urlaub. Löse dich von dem Gedanken, unbedingt wieder in den Dienst zurück kehren zu müssen. Du hast der Sternenflotte einen großen Teil deines Lebens geschenkt. Du bist ihr nichts mehr schuldig. Versuche dich in einem Leben außerhalb der Sternenflotte. Kümmere dich um deine Eltern, kümmere dich um Roxana, aber kümmere dich vor allem um dich! Stelle dich selber zumindest eine Zeitlang in das Zentrum deines Lebens. Suche dir eine Partnerin und probiere das Leben zu zweit …“

Tenner lachte verkrampft auf. „Kannst du dich mir als Ehemann vorstellen? Ich glaube nicht, dass ich dazu geeignet bin. Dazu war ich viel zu lange Captain.“

„Ich bin mir sicher, dass du lernfähig bist, Jeremy. Du wirst ganz schnell erkennen, dass Lasten sich zu zweit viel leichter tragen und das Glück sich zu zweit verdoppelt.“

„Du hast leicht reden, Assjima. Könntest du dir zufällig vorstellen, dich von Sam zu trennen und mit mir auf einem Weingut auf der Erde zu leben?“

Assjima verschluckte sich beinahe an ihrem Martini. „Oh … Letzeres könnte ich mir gut vorstellen. Aber du würdest mich und Sam sowie den restlichen Harem vermutlich nicht lange ertragen.“

„Welchen Harem?“

„Na den auf Seyalia“ antwortete die Ärztin augenzwinkernd.

„Jetzt übertreib mal nicht so.“

„Okay – es gibt da keinen festen Harem. Aber auf deinem Weingut wird es bestimmt eine Menge gut gebauter Mitarbeiter geben. Beiderlei Geschlechts. Sei ehrlich: das würde deiner Vorstellung von Glück garantiert nicht entsprechen.“

„Da hast du vermutlich recht“ lachte der Captain. „Außerdem würdest du ständig an mir herumdoktorn. Und meine Gedanken lesen.“

„Selbstverständlich würde ich das. Ich wäre nicht mehr an die Zwangsauflagen der Sternenflotte gebunden und würde alles nachholen, was ich in den letzten Jahren versäumt habe. Mit uns beiden wird das leider nichts, Captain. Aber ich verspreche dir, dass ich dich nicht hängen lasse.“

„Was hast du vor?“ hakte Jeremy neugierig nach.

„Ich bin eine Hexe. Vergiss das nicht. Und Hexen verraten ihre Geheimnisse nicht. Wo bleibt denn sonst der Spaß?“

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„Na? Was meint Ihr?“ George blickte in die Runde, die aus Gavin Charousek, Suval und Trent Carter bestand.

Jeder der Anwesenden betrachtete sich das Innenleben des neuen Warptriebwerks, dass in den Schiffen der Orion Klasse Verwendung finden sollte.

Das Gerüst, dass die Leitungen und Warpspulen trägt wurde vom Holodeck in Original Größe dargestellt und war insgesamt 190 Meter lang und 3 Stockwerke hoch.

 

„Faszinierend“, tat Suval Kund und betrachtete sich die Konstruktion mit einer leicht gewölbten linken Braue.

 

„Dagegen ist unsere Bastelei wirklich……………“, der Ungar suchte nach den richtigen Worten und ruderte dabei mit seinen Armen leicht in der Luft. Doch ihm wollten die Worte nicht einfallen.

 

„Junge, Junge. Seit der NX Klasse dürfte es die radikalste um Konfigurierung eines Warptriebwerks sein. Zumindest was ich zu Gesicht bekommen habe“, gesellte sich nun auch der Erste Offizier hinzu.

 

„Das ist bisher nur der Vorläufige Entwurf“, führte George weiter aus.“ Die ersten Tests verliefen sogar ermutigend.“

 

„Du meinst also, dass es erst beim zwoten Versuch sich zerlegt hat?“ Carters schelmischer Kommentar forderte einen Blick des Chefingenieurs heraus, den man mit feuernden Phasern gleichsetzen konnte. Doch dies hielt nur eine halbe Sekunde an. Dann entspannte sich Sheridan wieder.

 

„So was in der Art“, antwortete dieser mit einem seufzen. „Unser Triebwerk ist erprobt und hat auch viele tausend Lichtjahre auf dem Buckel. Aber dieses hier ist so neu, dass man noch eine Weile braucht, bis man erst alle Krankheiten kennt, bevor man mit dem Ausmerzen der selbigen beginnen kann.“

 

„Du kriegst es hin“, sagte Trent in einem aufmunternden Ton. „Immerhin haben wir es auch mit unserem Schiff geschafft.“

 

„Das ist es ja. Irgendwie kann ich das Ungleichgewicht nicht kompensieren, welches vom Wurmloch ausgeht. Vielleicht hat einer von Euch eine Idee?“ bat George die Anwesenden um Hilfe.

 

„Hierfür wäre ein Studium der Testresultate notwendig Commander. Vielleicht vermögen diese eine Lösung des Problems aufzuzeigen. Auch habe ich bereits erste Inspirationen der Ausrichtung der Spulen betreffend.“

 

„Danke Suval. Falls sonst noch jemand eine Idee hat wäre Ich Dankbar. Denn die Alternative lautet dieses Triebwerk hier bis zur Ankunft auf der Erde noch mindestens 80-mal zu sprengen.“

 

 

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Rev Torr    0

"Ähm...Sir?"

Es dauerte einen Moment, bis Rev sich gedanklich von seinem Bericht gelöst und auf die wissenschaftliche Assistentin Nina Hansen konzentriert hatte, die am Eingang seines Büros stand.

"Was ist denn, Crewman?" brummte er, und klang dabei eine Spur mürrischer als beabsichtigt.

"Ich... äh.. Entschuldigen Sie die Störung, Sir. Gerade ein Fähnrich aus dem Maschinenraum da."

"Aha, und was wollte der Fähnrich aus dem Maschinenraum?"

"Er... hat ich beschwert. Über unseren Energieverbrauch."

Da Rev sich noch immer keinen Reim darauf machen konnte, was das zu bedeuten hatte und Crewman Hansen keine weiteren Erklärungen abgab, blieb ihm keine Wahl als nochmals nachzuhaken.

"Wieso das denn?"

"Er sagte, daß sie ihre Wartungen verschieben mußten, weil sie für uns zusätzliche Energie bereitstellen müssen."

"Hm." Rev runzelte die Stirn, lehnte sich in seinem Sessel zurück und starrte nachdenklich an die Decke.
"Ich wüsste nicht, wo wir zusätzliche Energie verbrauchen. Fast alle haben Landurlaub, sogar T'Vok."

Statt sich weiter das Hirn zu zermartern, entschied er sich für eine andere Vorgehensweise.

"Computer, über welchen Anschluss der wissenschaftlichen Abteilung wird derzeit am meisten Energie bezogen?"

"Der höchste Energieverbrauch findet an Anschluss SLPS-73625 statt." antwortete die Computerstimme.

Da weder Hansen noch Rev die genaue Bezeichnung jedes Anschlusses auswendig kannten, stellte der Tellareite eine weitere Anfrage.

"Computer, zeige mir die Position dieses Anschlusses auf einem Plan der wissenschaftlichen Abteilung."

Er winkte Hansen zu sich, damit sie mit ihm auf den Monitor schauen konnte.

"Das ist die simulierte Schiffsumgebung, die hatte ich ganz vergessen." rief er überrascht. "Kommen Sie mit, wir schalten das Experiment ab."

"Ich sollte aber noch Probenbehälter reinigen." protestierte Nina Hansen.

"Das kann warten." entschied Rev. Jetzt verstand er, warum T'Vok der Assistentin bei jeder Bewertung schlechte Priorisierung und Ineffizienz vorwarf. Er entschied, ihr seine Gedanken zum besseren Verständnis näher zu erläutern, während sie sich auf den Weg zum betreffenden Labor machten.

"Sehen Sie, wenn die im Maschinenraum ihren Wartungsplan verschieben müssen, weil wir zu viel Bereitschaftsenergie benötigen, die ich nicht vorher angemldet habe, dann schreiben die das in ihren Bericht. Der Bericht geht dann zum Chefingenieur und von dort zum Captain. Einer von beiden wird dann bei mir nachfragen, wozu wir denn die zusätzliche Energie benötigt haben. Wenn die erfahren, daß dies auf Grund eines vergessenen Experiments geschehen ist, wird man uns wieder alles möglich vorwerfen."

"Ich verstehe, Sir." antwortete Nina, die sich sichtlich bemühen mußte, um mit ihrem Vorgesetzten Schritt zu halten.

Sie ereichten das Labor, wo sich noch immer dutzende, kreuz und quer verkabelte Gelpacks und Geräte stapelten.

"Suchen Sie den primären EPS-Anschluss, ich fahre inzwischen die Geräte herunter." sagte Rev und begann, Aus-Schalter zu betätigen und ODN-Kabel abzuziehen, während die Assistentin in einem Knäuel von EPS-Leitungen und Verteilern den betreffenden Anschluß suchte. Als der Tellarite das Überwachungs-Terminal erreichte, hatte sie ihn gefunden. Er machte einige Eingaben, stoppte die Datenaufzeichnung und nickte dann der Assistentin zu.

"Sie können jetzt abschalten."

Hansen betätigte den Hauptschalter und der Monitor zuckte ein letztes Mal, dann blieb er schwarz.

"In Ordnung, Sir. Kann ich jetzt mit den Probenbehältern weiter machen?" Sie bemerkte, daß Rev noch immer den Bildschirm anstarrte. "Sir, stimmt etwas nicht?"

"In dem Moment, als Sie abgeschaltet haben, war für einen kurzen Moment etwas auf dem Bildschirm zu sehen." antwortete er abwesend.

"Hm, vielleicht Restladung aus dem System?" spekulierte Nina.

"Möglich." antwortete Rev, der sich inzwischen halbwegs gefasst hatte und sich auf den Weg zur Tür machte. "Aber ich meine, dort für einen kurzen Augenblick "Mission erfolgreich" gelesen zu haben. Und das wäre schon mehr als ungewöhnlich. Machen Sie Feierabend für heute, Crewman."

Den halbherzigen Protest der zierlichen Assistentin, daß sie ihre Schicht doch eigentlich gerade erst angetreten hatte, nahm der Wissenschaftsoffizier schon nicht mehr wahr.

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Zum Zweiten Mal verließ die Community Sternenbasis Gama 7 mit Kurs ins Zentrum der Föderation, dem Sektor 001.

Die Meisten bereiteten sich auf ihren Urlaub vor. Mitten in dieser Ausgelassenen Stimmung ahnte niemand, dass das Raumschiff der Prometheus Klasse gerade von einem Omnipotenten Wesen beobachtet wurde. Gleichzeitig richtete dieses seinen Fokus auf ein Laboratorium auf der Erde und auf einen Bereich im Universum, der seit Milliarden von Jahren von keinem normalen sterblichen Wesen besucht wurde.

 

Diese Region enthielt ein Phänomen, dass von den Wissenschaftlern der Föderation als - Weises Loch – umgangssprachlich bezeichnet wurde. Simple erklärt handelt es sich hierbei um das blanke Gegenteil eines Schwarzen Loches. Anstatt Materie und Licht durch massive Gravitation zu verschlingen, schleuderte ein Weises Loch eben diese wieder in den Raum. Viele Wissenschaftler vermuteten zumindest, dass der Urknall durch ein Weises Loch verursacht wurde, als dieses Material aus einem anderen Universum ausspie. Doch wirklich beweisen konnte, dass seit Jahrhunderten keiner.

 

„Über was denkst Du nach Q?“ Die Frage wurde von einem anderen Omnipotenten Wesen gestellt, dass die Form einer menschlichen rothaarigen Frau angenommen hatte und ihr Gegenüber mit einem Blick aus Sorge und Nachdenklichkeit bedachte.

 

„Dass die Menschen davor stehen das Universum auszulöschen“, lautete die monotone halblaute Antwort, so als ob dieser nur einen Gedanken laut aussprach.

„Seit fast 150 Jahren versuchen sie das Omega Molekül nutzbar zu machen.“

 

„Das können sie nicht. Dafür sind sie zu Primitiv“, antwortete die Frau. Auf ihrer Stirn nahmen tiefe Falten Gestalt an.

„Auf der einen Seite haben sie die Forschung verboten und auf der anderen Seite treiben sie ihre Ambitionen voran.“

 

„Die Meisten ahnen nicht mal, dass einer von Ihnen die Vernichtung in Gang setzt“, antwortete Q. „Und dieses Mal wird es nicht nur bei der Unannehmlichkeit bleiben, dass man den Warpantrieb nicht mehr verwenden kann oder dass der Subraumfunk Nutzlos wird.“

 

„Das ist ein Mythos Q.“

 

„Und was, wenn nicht? Selbst Mythen beruhen auf einem wahren Kern. Doch das Kontinuum hat diesen Mythos so gut geschützt, dass selbst wir es nicht aufdecken können. Jedenfalls nicht allein. „

Q betrachtete sich wieder die Säule aus weisem Licht, die einen Durchmesser von mehreren tausend Parsec hatte und seit Anbeginn der Zeit Material in den Raum schleuderte.

„Einer dieser Menschen hat nun ein Antriebssystem geschaffen, dass es jenen Menschen ermöglicht sich dem Ende zu nähern.“

 

„Wissen diese Menschen überhaupt um was es dabei geht?“

 

„Nein, sie haben bestenfalls eine Ahnung. Sie wissen wie gefährlich Omega ist aber meinen es dennoch beherrschen zu können. Doch das kann niemand.“

 

Die andere Q nickte zustimmend. Im erwähnten Mythos wurde darauf hingewiesen, dass die Q vor Milliarden vor Jahren diese Region abgeschottet hatten, damit niemand im Universum Schaden nehmen und dessen Existenz nicht vorzeitig ausgelöscht werden konnte.

Sie blinzelte kurz als wieder der Diamantfrörmige Rumpf des Raumschiffs der Prometheus Klasse wieder in den Fokus von Q rückte.

 

„Dort ist das Schiff, dass den neuen Antrieb besitzt und auf ihm dient der Ingenieur, der diesen konstruiert hat. Er Ahnt noch von nichts, was uns allen bevorsteht.“

 

„Was wirst Du tun Q?“

 

„Ich weiß es noch nicht. Ich werde aber ihn und die Anderen nicht aus den Augen lassen. Denn in diesem Fall kann ich nicht erkennen was wirklich passieren wird und dass macht mir Angst.“

 

„Wenn Du meine Hilfe brauchst, rufe mich.“

 

„Danke für dein Angebot meine Liebe. Ich werde darauf zurückkommen.“

 

Die Q verschwand nun so schnell wie sie erschienen war. Q selbst beobachtete das Raumschiff, welches in einer Subraumblase gehüllt durch den Raum mit Überlichtgeschwindigkeit eilte.

 

 

 

bearbeitet von George Sheridan

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In der Nähe des Jupiter gleiste ein Blitz auf, aus diesem wie ein Pfeil der Diamantförmige Rumpf der USS Community hervor schoss und auf Sublicht verlangsamte. Mit voller Impulskraft hielt das Schiff auf das Zentrum des Sektors 001 zu - die Erde -.

Im Orbit schwebte das Earthdock, ein mehrere Kilometer hoch aufragender Pils, der praktisch der Heimathafen der Sternenflotte war, öffnete die großen Schotten die den Zugang ins Innere gewährte.

 

Dort hatten bereits die Challenger (Galaxy Klasse), die Troja (Prometheus Klasse) sowie die Meteor (Intrepid Klasse) festgemacht. Die Community lief elegant in den Raumhafen ein und schwebte langsam ihrem Liege Platz entgegen. Sanft feuerten die Manöverdüsen, bis dass mehrere hundert tausend Tonnen schwere Schiff an seinem Platz war und sich mit den Versorgungsleitungen und den beiden Gangways verbinden konnte.

Beinahe ohne Verzögerung setzte ein Strom aus Besatzungsmitgliedern ein, die keine Sekunde ihres Landurlaubes vergeuden wollten. Ihnen kamen nur die Stationseigenen Wartungstechniker entgegen.

 

So gerne George ebenfalls in den Urlaub gehen wollte, so musste er zunächst das Meeting im SCE aufsuchen um seine Modifikationen am Warpantrieb der Community zu erläutern. Dazu hatte er ale Informationen auf ein Padd gespeichert, und ging noch die Daten ein letztes Mal durch.

Er wurde durch ein klopfen unterbrochen, dass von Carter stammte, welcher im Türrahmen des Chefingenieurbüros stand.

 

"Alles bereit für den großen Auftritt?"

 

"Im Prinzip schon. Nur..................das übliche Lampenfieber. Ich komme mir immer wie eine Schuljunge auf dem Abschlussball vor..........Was Solls." George stieß einen leichten Seufzer zur Untermalung aus.

" Und bei Dir? Antraben bei Nechayev?"

 

Carter zuckte leichte zusammen als er den Namen der Admiralin hörte. " So ist es. du weißt was beim letzten mal geschehen war, als wir mit ihr gesprochen haben."

 

" Ja das ist wahr!“, stimmte George zu. " Aber auch sie weiß, dass die Sternenflotte aus mehr als unserem Schiff besteht."

 

"Vielleicht will sie uns loswerden?" Carter ließ diesen Satz mehr wie eine Feststellung klingen.

 

"Will ich nicht mal ausschließen. Vielleicht hat sie beim nächsten Mal sogar Erfolg. Komm Trend. Wir müssen los, wenn wir noch rechtzeitig den Transporter erreichen wollen." Die beiden Männer eilten nun aus dem Büro und nahmen den direktesten Weg zur nächstgelegenen Gangway.

 

 

„Sag mal wo werden Jenax und die Kinder sein während Du deinen Auftritt hast?“

 

„Bei meinen Leuten in New Orleans. Jenaxs Eltern werden auch dort sein. Ist mal wieder die erste Gelegenheit zu einem treffen seit langer Zeit.“

 

„Kann ich mir vorstellen“, antwortete der Polynesier.

 

„Kannst ruhig vorbeischauen Trend“, bot George an.

 

„Werde ich machen, wenn ich Gelegenheit dazu bekomme.“

 

„So ein Unsinn. Selbst Nechayev hat so viel zu tun, dass sie sich nicht immer ausschließlich auf uns konzentrieren kann“, zumindest war dies die Hoffnung des Chefingenieurs gewesen. Doch er und auch Carter wussten, dass in dieser Hinsicht die Admiralin etwas Übernatürliches aufzuweisen schien.

Dieser Umstand erklärte auch in Teilen ihren Ruf innerhalb der Flotte.

„Sie wird nur von Dir den Bericht hören wollen und…………“

 

„Eben drum. Ich werde sehen was ich möglich machen kann.“

 

„Mehr kann man nicht verlangen.“

 

Beide betraten nun den Transporterraum der Station. Nachdem der Transporter Techniker die Koordinaten für das Hauptquartier eingegeben hatte, verschwanden die Beiden in zwei blauen Energiesäulen.

 

„Also Viel Glück alter Mann.“

 

„Dir auch Trend. Bis später“, antwortete George nachdem die Beiden vor dem Haupteingang des Hauptquartiers rematerialisiert waren.

 

„Aloha“, verabschiedete sich der Erste Offizier vom Chefingenieur. Dann trennten sich die Wege der Beiden.

 

 

 

 

 

 

 

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